Es herbstelte schon in jenem Jahr 1954, als zwei Männer von einer Zusammenkunft in Gösmes nach Hause gingen und zwischen den Häusern Gahn und Schramm, wo sich ihre Wege trennten, stehen blieben: Es waren Alwin Eck und Lehrer Gerhard Scheler. An dieser Stelle beschlossen die beiden, mit der Frage an die Öffentlichkeit zu treten, ob in den beiden Gemeinden Walberngrün und Gösmes ein Sportverein gewünscht werde. Es war das Ergebnis einer langen, bis zum Morgengrauen dauernden Aussprache gewesen. So ist zwischen diesen beiden Häusern die Wiege des Sportvereins gezimmert worden.
Am Wahlsonntag, dem 28.11.1954, erschien eine stattliche Anzahl von Einwohnern beider Orte im Walberngrüner Gasthaus Witzgall. Sie waren einer Einladung von Gerhard Scheler und Alwin Eck gefolgt und befassten sich mit der einzigen Frage, ob denn ein Sportverein überhaupt erwünscht sei. Dies wurde mit großer Mehrheit bejaht. Eine euphorische Stimmung herrschte. Man erörterte bereits finanzielle und sportliche Angelegenheiten, während aber auch Skeptiker nicht fehlten, die einem Verein nur eine kurze Lebensdauer voraussagten.
Über die eigentliche Gründungsversammlung am 6.1.1955 im Gasthaus Müller in Gösmes schrieb die heimische Presse: "Die sportlich interessierte Jugend von Walberngrün und Gösmes hatte sich nach dem Kriege dem Fußballclub Ort angeschlossen. Der Club erklärte sich bereit, diese Spieler dem neuen Verein, der den Namen "Sportgemeinschaft Gösmes-Walberngrün" erhielt, zur Verfügung zu stellen. In die Vorstandschaft wurden gewählt: Als erster Vorsitzender Heinrich Glaser, Gösmes; als zweiter Vorsitzender Alwin Eck, Walberngrün; als Kassier Walter Radenz, Gösmes, und als Veranstaltungsobmann Wilhelm Schübel. Zum Betreuer der Spieler berief man Lehrer Gerhard Scheler, Walberngrün. Das Gelände für den Sportplatz will der Gastwirt Hans Müller zur Verfügung stellen. Abschließend gingen von einigen Anwesenden Spenden zur Finanzierung des jungen Vereins ein."
Bereits am 1.5.1955 spielte man zum ersten Mal beim Sportfest in Grafengehaig, und das erste Punktspiel am 7.8.1955 beim ATS Wartenfels wurde mit 4:3 gewonnen. Schwierigkeiten in der Sportplatzfrage erwarteten den am 6.1.1956 gewählten 1. Vorsitzenden Gerhard Scheler, denn ausgerechnet durch den Fußballplatz der SG führte die neue Straße nach Hohenberg. Der Zweckverband "Mühlweg" versprach, einen neuen Platz zu bauen, und zu diesem Zweck pachtete der Verein ein Grundstück von Hans Beck, Walberngrün. Infolge ungesicherter Finanzierung und ungünstiger Witterung konnten die Arbeiten jedoch erst im Spätherbst beginnen. Der damalige Landrat Köstner, Stadtsteinach, setzte sich stark für eine kostenlose Einebnung ein. Die Vorrundenspiele trug man ausschließlich bei dem jeweiligen Gegner aus, die Spiele der Rückrunde fanden auf dem Platz des FC Ort statt. Am 16.6.1957 erfolgte nach viel Eigenleistung die Einweihung des neuen Sportplatzes beim jetzigen Vereinsheim.
Schon 1958 machten die Skifahrer auf sich aufmerksam, als bei ausgezeichneter Schneelage ein gut besuchter Abfahrtslauf durchgeführt wurde. Verantwortlich zeichnete der Wintersportobmann Josef Hirschka.
Jahrelang war die Frage akut gewesen, wo man Arbeitsgeräte unterbringen und die Zuschauer vor Regen schützen könnte. Und wieder half eine für die damalige Zeit großartige Gemeinschaftsleistung weiter! Am 18.10.1959 wurde von etwa zehn Männern eine Holzhütte unzerlegt auf einen Wagen geladen und von Kriegsreuth nach Walberngrün gebracht. Der schwierige Transport der 250 DM teueren Hütte, die immer noch steht, blieb allen Beteiligten in Erinnerung.
In sportlicher Hinsicht verlief die Saison 1959/60 recht erfolgreich. Die SG war mit Marienweiher punktgleich, verlor jedoch heim Entscheidungsspiel in Stadtsteinach unglücklich 3:1 und verfehlte dadurch den Aufstieg in die B-Klasse. Diesen peilte man umso zielstrebiger 1961/62 an. Die Runde brachte zwar erst zum Kirchweihsonntag im 6. Spiel einen ersten Erfolg, doch dann kamen gleich fünf Siege hintereinander. Mit dein Neuzugang Rudi Feulner als Torjäger erreichte die Mannschaft den 2. Platz in der C-Klasse und stieg erstmals in die B-Klasse auf. Doch bereits ein Jahr später war mit dem Abstieg der Traum zu Ende.
Der jahrelang gehegte Gedanke eines eigenen Sportheimes nahm 1963 konkrete Formen an. Im Sommer erfolgte der Wasser- und Stromanschluss, im November wurden die Fundamente gelegt und selbst in den Nächten bei Scheinwerferlicht die Maurerarbeiten durchgeführt. Alles vollzog sich in Eigenleistung, denn Selbsthilfe war und ist seit der Gründung der Sportgemeinschaft oberstes Gebot. Nach Fertigstellung der Maurerarbeiten im Frühjahr 1964 wurden die Nagelbinder von Erwin Schramm und Rudi Seiferth in vielen Stunden selbst angefertigt bei einem Verbrauch von mehr als einem Zentner Nägel. Die Mitglieder hatten inzwischen durch ein Darlehen von 3.000 DM das Projekt finanziell abgesichert. Zum Sportfest am 5.6.1966 war das Sportheim endgültig fertig; nun konnten die Vereinsmitglieder die Bewirtschaftung übernehmen. 1967 erfolgte die Installierung einer Flutlichtanlage, allerdings wollten sich sportliche Erfolge nicht einstellen.
Schon zwei Jahre nach der Einweihung diskutierte man über einen Anbau an das Sportheim, da sich die vorhandenen Räumlichkeiten als zu klein erwiesen. 1969 beschloss der Verein den Anbau, der am 9.7. aufgerichtet wurde. Diesmal waren verschiedene Firmen mit den Arbeiten beauftragt worden, die 1970 ihren Abschluss fanden. Auch im sportlichen Bereich bewegte sich etwas. Am Ende der Saison 1970/71 lag die SG punktgleich mit Neuensorg auf dem 2. Platz. Wiederum war ein Entscheidungsspiel notwendig, das die SG in Presseck vor etwa 500 Zuschauern mit 3:1 gewann. So war zum zweitenmal der Aufstieg geschafft!
Doch auch mit des Sportes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Die Serie 71/72 in der B-Klasse verlief recht unglücklich für die SG. Durch laufende Platzverweise und Verletzungen geschwächt, musste die Mannschaft erneut den Weg in die C-Klasse antreten. In den folgenden Jahren bewegte sie sich im hinteren Drittel der Tabelle. 1973 wurde das vormals gepachtete Sportheimgrundstück gekauft und die Zufahrt geteert.
Am 24.2.1975 verstarb überraschend nach kurzer Krankheit der 1. Vorsitzende Gerhard Scheler. Er, der zuletzt an der Grundschule Helmbrechts tätig war stand 19 Jahre dem Verein vor und darf mit Recht der Vater und "Motor" der Sportgemeinschaft genannt werden. Sein langjähriger Weggefährte Walter Radenz übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. Im gleichen Jahr feierte der Verein vom 4. bis 6.7. sein 20jähriges Bestehen.
1977 wurde Herbert Wirth zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im Zug der Gemeinde- und Gebietsreform kam Gösmes zur Stadt Helmbrechts und damit zum Landkreis Hof. Walberngrün gehörte künftig als Teil der Gemeinde Grafengehaig zum Landkreis Kulmbach. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, im Kreis Hof zu spielen. Schon 1978 befasste man sich mit dem Gedanken eines erneuten Umbaues des Sportheims.
Nach jahrelanger erfolgreicher Teilnahme an Volksskiläufen erfolgte am 7.3.1979 die Neugründung der Wintersportabteilung durch Wilfried Vogel. Das Jubiläumswochenende zum 25jährigen Bestehen im Jahr 1980 litt unter starken Regengüssen, so dass die zahlreichen Spiele den Sportplatz ruinierten. Man kam deshalb überein, im Frühjahr 1981 eine gründliche Renovierung vorzunehmen. Zu Beginn jenes Jahres wurden nach mehrjähriger Pause wieder Vereins-Meisterschaften im Skilanglauf durchgeführt.
Anfang Mai 1981 begann die Sanierung des Sportplatzes. Fast alle Arbeiten - vom Verlegen der Drainagen über die Einebnung des Platzes bis zum Fräsen und Ansäen - wurden von Mitgliedern, hauptsächlich Landwirten, kostenlos ausgeführt. Hier zeigte sich wieder einmal der Gemeinschaftssinn der Vereinsfamilie. Gleichlaufend mit diesen Arbeiten fanden Verhandlungen über den Erwerb eines Grundstückes für einen Trainingsplatz statt. Trotz der Renovierungsarbeiten am Fußballfeld konnte 1981/82 der Spielbetrieb aufrechterhalten werden, da der TSV Enchenreuth seinen alten Sportplatz in dankenswerter Weise zur Verfügung stellte.
Die wiedergegründete Skiabteilung führte im Februar 1982 einen Langlauf und im März erstmals einen Abfahrtslauf durch. Der neugestaltete Sportplatz wurde anlässlich des Sportfestes vom 16. bis 18.7.1982 eingeweiht, Verhandlungen über den Kauf eines Grundstückes für einen Bolz- bzw. Trainingsplatz schritten voran.
Am 6.1.1983 trat Herbert Wirth nach sechsjähriger Amtszeit wegen Arbeitsüberlastung zurück. Die Wahl von Werner Gahn zum 1. Vorsitzenden erwies sich schon bald als Glücksgriff. Am 1.4.1983 konnte endlich nach fünfjährigen Bemühungen das Grundstück für ein Trainingsspielfeld erworben werden. Besonderer Dank wurde dem heutigen Kulmbacher Landrat Herbert Hofmann abgestattet, der sich damals als Landtagsabgeordneter für die Gewahrung der Zuschüsse einsetzte.
1984 errangen die C- und die A-Jugend jeweils einen Meistertitel. Unmittelbar nach dem Sportfest zum 30jährigen Jubiläum vom 12. bis 14.7.1985 wurde mit dem Planieren des Trainingsplatzes begonnen, die Installierung einer Flutlichtanlage schloss sich an.
Die Skiabteilung konnte zu ihrem ersten Pokallanglauf am 15.2.1986 insgesamt 225 Läufer begrüßen. Da die Loipen bis dahin vom FC Wüstenselbitz bzw. von der Ifl Helmbrechts gespurt worden waren, zog man in Erwägung, ein eigenes Spurgerät anzuschaffen. Der Erwerb eines solchen Gerätes zum Preis von 23.000 DM wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. Am 30.1.1987 ging mit der Übergabe eines Motorschlittens samt Spurgerät durch die Firma Taubenreuther ein langgehegter Wunsch der Skisportler in Erfüllung.
Erste Schäden am Sportheimdach liessen im Frühjahr 1987 alte Pläne über einen Sportheimumbau wieder aufleben. Im gleichen Jahr entstand neben einem Plan auch ein Modell der Gebäudesanierung. Der wiederum in Eigenleistung erstellte Rohbau eines neuen Geräteschuppens kam im Herbst 1989 zum Abschluss Das Holz spendeten die Mitglieder, bei den im Frühjahr 1990 beendeten Arbeiten hatten sich vor allein Heinrich Pfaffenberger und Robert Hohenberger besondere Verdienste erworben.
Im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung fanden im Frühjahr 1990 Freundschaftsspiele in den neuen Bundesländern statt, im Sommer des gleichen Jahres stießen Spieler aus Göritz zur Sportgemeinschaft und verstärkten die Mannschaft enorm. Der endgültige Beschluss zur Sanierung des Sportheimes erfolgte am 11.10.1991. Klaus Lorenzen fertigte die Plane. Die Baumaßnahme war mit 250.000 DM veranschlagt, Fördermittel wurden zugesagt, eine Holzspendenaktion lief an.
Am 17.5.1992 gewann die SG 2:1 in Kleinschwarzenbach und stieg dadurch nach 20 Jahren erneut in die B-Klasse auf. Schon am darauffolgenden Tag wurde mit den Abbrucharbeiten am Sportheimdach begonnen. Dann ging es zielstrebig voran mit den geplanten Maßnahmen: Schaffung zweier Umkleidekabinen mit eigenen Duschen, Verlegung einer neuen Stromzufuhr, Neugestaltung der Toiletten, Einbau einer neuen Heizungsanlage, Integrierung des Küchenanbaues, Aufsetzen eines Satteldaches, Anbringung einer neuen Holzdecke im Gastraum, Einrichtung eines Jugendraumes im neu gewonnenen Dachgeschoss.
Mit der Aufnahme des Spielbetriebes einer F-Jugend unter Leitung von Lothar Scheler wurde nach 12jähriger Unterbrechung der Grundstock für eine neue Jugendarbeit gelegt.
Nach fast 5.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden wurde das völlig neu gestaltete Vereinsheim am 7.5.1994 eingeweiht. Neben allen am Bau beteiligten Vereinsmitgliedern ist es vor allem Werner Gahn zu verdanken, dass dieses Gemeinschaftswerk so hervorragend gelang. Nach 12jähriger Amtszeit gab er im Januar 1995 den Vorsitz an Wilfried Vogel ab.
Das Sportheim der SG Gösmes-Walberngrün mit etwa 80 Plätzen in Wirtschaftsraum und Nebenzimmer und modern eingerichteten Funktionsräumen hat dank einer großzügigen Planung als Mittelpunkt des sportlichen, aber auch gesellschaftlichen Lebens der beiden Orte gewaltig an Bedeutung gewonnen.